Rezension Amy & Matthew - Was ist schon normal von Cammie McGovern

Copyright heyne fliegt
Preis:14,99 €            
Format:Hardcover
Seitenanzahl:352 Seiten
Genre:                                    Jugendbuch
Reihe:


                                   
Verlag: heyne fliegt
ISBN:  978-3453269163
Altersempfehlung:     ab 14 Jahre
Muss ich unbedingt lesen :) 


Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Ich war schnell in der Geschichte drin, da alles sehr klar und verständlich geschrieben ist. Personen, Orte und auch die Handicaps sind sehr realistisch beschrieben, so dass man ein sehr gutes Bild von allem bekommt und weiß worum es geht. 


Amy ist die Hauptprotagonistin in diesem Buch. Sie ist trotz ihrer Behinderung ein Mädchen, das nach außen hin versucht immer stark zu sein. Doch im Laufe des Buches merkt man das sie sich oft auch eine Art Schutzwall aufgebaut hat, und auch ihre schwachen Momente hat, in denen sie zweifelt. Da sie durch ihre Behinderung sehr eingeschränkt ist, hat sie keine Freunde und ist sehr einsam.

Matthew ist der zweite Hauptprotagonist und wird im Laufe der Geschichte ein wichtiger Bestandteil im Leben von Amy. Doch auch er hat ein kleines Handicap. Er ist sehr zurückhaltend und hat eine Zwangsneurose, bei der er alles kontrollieren muss. Es fängt vom Zählen bestimmter Sachen an und geht hin bis zur übertriebenen Sauberkeit und der Angst vor Dreck und Keimen. Doch nicht nur er wird für Amy ein Halt, sondern auch Amy versucht ihn aus seiner Welt heraus zu holen.

Mit diesem Buch wird sehr gut verdeutlicht, wie es Menschen mit solchen Handicaps geht und wie sie sich fühlen. Viele Situationen oder Reaktionen kann man oft im realen Leben nicht nachvollziehen, wenn man nicht wirklich damit konfrontiert wird. Einiges wird hier zwar sehr gut verdeutlicht, doch auch beim Lesen merkt man, das viele Reaktionen oder Handlungen, die vielleicht gut gemeint sind den Betroffenen gar nicht helfen oder ihnen zu viel sind. 
Hier werden viele verschiedene Botschaften dem Leser übermittelt, sich mit der Thematik auseinander zusetzen. Die Wichtigste ist, das betroffene Personen nicht anders sind und auch keine Sonderbehandlung möchten. Ich habe wirklich viel nachgedacht während des Lesens, gerade auch was mein Verhalten gegenüber betroffenen Personen angeht.

Das Ende fand ich sehr gelungen und es gab einen runden Abschluss, der den Leser nicht im Ungewissen lässt. 

Auch die Altersangabe ab 14 Jahre finde ich passend, denn die Geschichte zeigt auch einige Probleme auf, die gerade Jugendliche in diesem Alter haben. Selbst die Wortwahl ist so gewählt, dass Jugendliche sich in die Personen hinein versetzen können und sich vielleicht auch in gewissen Situationen mit den Protagonisten identifizieren können, was ich bei Jugendbüchern mit ernster Thematik sehr wichtig finde.

Etwas verwirrend fand ich die Zeitabstände... Oft war man auf einmal Wochen weiter und hatte das Gefühl irgendetwas überlesen zu haben, da man nicht sofort folgen konnte und nicht wusste wo ist man jetzt eigentlich. Trotzdem ist es für mich ein sehr gelungenes Buch, was die Ernsthaftigkeit des Themas sehr gut vermittelt. 

Amy & Matthew beschreibt ein Leben mit Ängsten und Behinderungen, aber auch ein Leben voller Hoffnung und Zuversicht bis hin zur Entdeckung der Liebe. Für mich ist es trotz des kleinen Kritikpunktes ein absolutes Lesemuss, gerade auch für Personen, die sich unsicher im Umgang mit behinderten Menschen sind. Dieses Buch ist zwar kein Leitfaden für den richtigen Umgang, aber man erfährt sehr viel über die Gefühle der betroffenen Personen.

Von mir sehr gute 4 von 5 Federn









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